Knifflige Aufgabe für die sechs Finalisten
Die Top-Absolventen der Speditionsausbildung wetteifern um den diesjährigen Young Freight Forwarder Award Germany. Nuancen entscheiden über die Platzierung.
Zeigten im Finale des diesjährigen Young Freight Forwarder Germany Award, dass sie ihr Fach verstehen (von oben links nach unten rechts): Leander Schulz, Fynn Jacob Theisen, Selina Rutte, Johanna Glombik, Jana Koch und Laura Christin Egerer.
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von
Lutz Lauenroth

Wie können die Transporte drei völlig unterschiedlicher Teilpartien aus Hamburg, Shanghai und Busan zeitgerecht so gesteuert werden, dass sie rechtzeitig für eine bevorstehende Schiffsreparatur auf einer Werft im südkoreanischen Busan zur Verfügung stehen? Dabei handelt es sich um eine 10,4 Tonnen schwere, unverpackte Zylinderlaufbuchse für Schiffsdiesel mit Überbreite und -höhe, Werkzeuge sowie Ersatzteile für eine bevorstehende Reparatur. Dazu müssten ein Vor- und Nachlaufkonzept unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lieferfristen, eine detaillierte Timeline sowie eine Aufstellung der erforderlichen Dokumente erstellt werden.

An dieser kniffligen Aufgabe mussten die sechs qualifizierten Teilnehmer des Wettbewerbs um den Young Freight Forwarder Germany Award 2023 in den vergangenen Wochen tüfteln. Ihre Lösungen präsentierten sie der hochkarätigen Jury vergangenen Mittwoch in Berlin – und hatten dafür jeweils exakt 10 Minuten Zeit.

Und alle sechs – vier junge Damen und zwei Herren – lösten die Aufgabe mit Bravour. Sie nutzen die Verkehrsmittel Flugzeug, Seeschiff und Lkw, hatten penibel auf die vorgegebenen Termine geachtet und auch Fragen wie seemäßige Verpackung, eventuelle Gefahrgutauflagen für Akkus in Werkzeugen oder die notwendigen Verzollungen im Blick.
Auch auf Nachfragen der Jury – Axel Plass, Frank Huster, Gabriele Schwarz und Tatjana Kronenbürger (alle DSLV), Sebastian Reimann und Lutz Lauenroth (beide DVZ) sowie Sabine Klann (Berufliche Schule für Logistik, Schifffahrt und Touristik in Hamburg) – reagierten sie fundiert und souverän.Die Jury hatte es schwer; Nuancen mussten über die Platzierungen entscheiden. So setzten die Juroren nach intensiver und teilweise kontroverser Diskussion – in alphabetischer Reihenfolge – Laura Christin Egerer (Ausbildungsbetrieb Egetrans, Marbach/ Neckar), Johanna Glombik (Dachser, Norderstedt) sowie Fynn Jacob Theisen (Dachser, Hannover/Langenhagen) auf die ersten drei Plätze. Die genaue Reihenfolge aber bleibt noch streng geheim. In das Finale geschafft hatten es zudem Jana Koch (Dachser, Hamburg), Selina Rutte (Rüdinger Spedition, Krautheim) sowie Leander Schulz (LIT, Minden). Alle Finalisten haben bereits gewonnen – nämlich ein DVZ-Jahresabo, mit dem sie den täglichen Newsletter Der Tag, die wöchentliche Printausgabe sowie einen Onlinezugang erhalten.

Aber welcher der drei Sieger holt sich nun den begehrten Award, den der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik sowie die DVZ seit vielen Jahren gemeinsam ausloben, für das Jahr 2023? Das wird erst auf dem diesjährigen DSLV-Unternehmertag am 16. Juni in Rust bekanntgegeben. Außer dem Titel erhält der Sieger oder die Siegerin einen Wertgutschein über 2.000 Euro für weitere Fortbildungsmaßnahmen – und das Ticket für den Nachwuchswettbewerb der Weltspediteursorganisation FIATA.